Altes Radio - Die Erste

Wie bei vielen alten Elektronikartikel treten daran die verschiedensten Mängel auf. Diesmal kam ein alter Radiowecker mit den Fehlern „Kein Radioempfang und Lautstärke lässt sich nicht regeln".

Also ab in die Werkstatt und aufgemacht…

Es handelt sich hier um ein Philips, Type 7250/22B. Baujahr ca. 1975/76 mit den üblichen Gebrauchsspuren.

Frontansicht

Nach dem öffnen, hier nur eine Schraube und keine verkomplizierte Plastik-Haken-Steck-Drück Klammern, kann man den alten aber ordentlichen Aufbau erkennen. Eben High-Teck 75.

Geöffnetes Gehäuse

Hier kann man einmal die „Netzantenne" sehen. Einfach einige Windungen die um die Netzzuleitung gedreht wurden und fertig. Klappt auch ganz gut.  Netzkabel als Antenne
Dann das elektronische Uhrwerk mit dem Kontakt für das Radio oder den Brummton (eher ein anarchistischer Weckruf). Funktioniert seit fast 40 Jahren. Wenn ich an all die LCD- und LED-Wecker denke die ich verschlissen habe, ein bemerkenswertes Alter.  Elektronisches Uhrwerk
Hier das Potentiometer für die Lautstärke. Besonders auf der Wiederstandsschicht kann man deutlich die Schleiferspuren erkennen. Glücklicherweise handelt es sich hier nur um Schmutz der mit speziellem Kontaktspray und Wattestäbchen leicht entfernbar ist. Zusätzlich sind die Schleiferflächen mit einem Glasfaserpinsel vom Oxyd befreit worden. Und schon waren keine Störgeräusche mehr in dem Lautsprecher zu hören. Verschmutztes Potentiometer
Und hier der Grund warum das Radio bzw. die Empfangsbereiche nicht mehr einzustellen waren. Der entsprechende Schiebeschalter hat begonnen sich zu verteilen. Wie man sehen kan ist die Pertinaxplatte mit den Kontakten aus dem Halter gerutscht. Auch hier mit Kontaktspray gereinigt (auch altes Fett entfernt), neu gefettet und Schalter zusammen bauen. Jetzt ist er wieder leichtgängig und hat Kontakt. Beide Uebeltäter auf einen Blick
   

 

Jetzt läuft der Radiowecker wieder. Vieleicht die nächsten 40 Jahre ;-)

Oft konnte ich im Netz lesen das z.B. alte und verschmutzte Potis mit Alkohol/Spiritus, Aceton oder ähnlichem „gereinigt" werden sollen. Nach meiner Erfahrung ist dies oft ein Todesurteil. Viele der alten Kunststoffe sind extrem empfindlich. So kann es vorkommen das Spiritus die Kohleschicht, zumindest teilweise, ablöst oder Kunststoffe „weichen auf" etc.
Seit über 30 Jahren benutze ich für solche Dinge Kontakt 60, zum reinigen, und Kontakt 61 als Korrosionsschutz. Zusammen mit einem Glasfaserpinsel, um Oxydschichten zu entfernen, und Wattestäbchen, um überflüssige Chemie aufzusaugen, habe ich beste Erfahrungen machen können.
Das oben erwähnte Fett ist ein säurefreies Feinmechanikerfett. Auf keinen Fall Silikonhaltige Fette benutzen! Diese bluten nach einiger Zeit aus, wirken isolierend und lassen sich nur schwer entfernen.

Letzte Bearbeitung: 25.02.2017, 18:37

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