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Netzteil - Die Erste

Vor gut einem Jahr, zusammen mit einem Tablet gekauft, hatte das Netzteil einen kleinen Riss an einem der Kontaktstifte. Dieser war dadurch wackelig und verursachte im Netzteil einen Wackelkontakt, den man manchmal brutzeln hören konnte.

Also ab in die Werkstatt und aufgemacht…

Kaum geöffnet fiel mir die Platine schon entgegen und schnell wurde klar, was diesen Fehler verursacht hat. Da haben also die Entwickler beschlossen das ein Kontakt zwischen den verchromten Stiften und dem Lötzinn auf der Unterseite der Platine eine hervoragende Kontaktfläche ergeben.
Das so was nicht funktioniert, auf jeden Fall auf Dauer nicht, ist denen wohl entgangen. Ein edles und ein unedles Metall zu verbinden kann höchst problematisch werden, besonders wenn es in dieser Form genutzt werden soll.
Woher der Roststaub, der unten zu sehen ist, kommt, blieb mir aber auch ein Rätsel. Zusätzlich zu dieser „Geiz ist Geil" Konstruktion fällt auf das dieser dünne Pin, gehalten von einer ca. 0,5mm dünnen Plastikschicht, alle mechanischen Bewegungen des Steckerstiftes weitergibt.
Das dadurch diese Stifte gehörig in Bewegung kommen können und dadurch die Kontaktfläche bearbeiten ist wohl klar. Auch solche Dinge sind nicht in Ordnung.

Geöffnetes Netzteil

Den Erfolg einer solchen Kontaktaufnahme kann man hier sehen. Die billige, pertinaxähnliche Platine wird mit zwei Plastikstiften auf die verchromten Kontaktstifte gedrückt. Diese Plasikstifte stehen enger zusammen als die Kontaktstifte und haben so die Platine verbogen. Dadurch wird der Kontakt aber auch nicht besser.

Platine von der Seite gesehen

Auch das 5V-Ladekabel ist nicht gerade fachmännisch angebracht.
Einfach von unten auf das passende Lötauge gepappt wird es mittels mehr oder weniger großer Gewalt um die Platinenkante gezogen. Das kanns nicht sein!
Durch die scharfen Kanten der Platine, die mehr gebrochen als geschnitten aussieht, wurde die Isolierung schon stark beschädigt. So ist der nächste Kurzschluss vorprogrammiert.
Auch hier hat offensichtlich der große „Geiz ist Geil"-Kalkulator mal gerechnet und einige Cent einsparen können, mit u.U. lebensgefährlichen Folgen für das daran hängende Gerät.
 Die Platine von unten

Die Kontaktstifte können jetzt, mittels zweier eingeklebter Kunststoffhülsen, die mechanischen Kräfte in das Gehäuse ableiten. Man kann deutlich merken das sich die beiden Stifte von außen her nicht mehr bewegen lassen. Zusätzlich sind zwei Kabel angelötet und zusätzlich isoliert worden. Diese werden dann auf der Platine durch eine entsprechende Bohrung geführt und angelötet. Der Wackelkontakt ist damit beseitigt.

Zusätzlich wird noch die 5V-Leitung durch die, auf der Platine vorhandenen, Bohrungen geführt und verlötet. Damit ist die Platinenkante auch kein Thema mehr.

 Reparatur Teil 1

So kann es auch aussehen.

 So kann es auch aussehen. Vernünftige Kontakte und keine Kurzschlussgefahr mehr.

Da ich mir einfach nicht vorstellen konnte das hier ein richtiges CE-Kennzeichen auf dem Gehäuse ist, habe ich mal nachgeforscht:
http://de.wikipedia.org/wiki/CE-Kennzeichnung#Wichtige_Merkmale_der_CE-Kennzeichnung
Das ist das Zeichen für „ChinaExport" - Also in meinen Augen eine vorsätzliche Täuschung. Auch findet man sonst keinerlei Prüfzeichen. Nur „Made in China" (= Schrott aus China?). Auch die Angabe „2A" Belastung für den Ausgang ist utopisch. Bei einem Test wird das Ding so heiß…
Mehr als knapp 1,2A wird zum Glück nicht als Ladestrom gezogen und da bleibt alles im Rahmen des Zulässigen.

Letzte Bearbeitung: 25.02.2017, 15:48

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